Mit viel Nostalgie und dem Hessencourrier durch Nordhessen

Schneller, höher, weiter. Mal eben um die Welt fliegen? Kein Problem. Im Zug Mails beantworten? Ganz normal. Immer schneller und bequemer reisen wir von A nach B. Es wird Zeit, mal wieder einen Gang zurückzuschalten. Nimmt man zum Beispiel die 33,4 Kilometer lange Fahrt mit dem Hessencourrier von Kassel nach Naumburg auf sich, sitzt man zwar in einem Abteil, das von einer 750 PS starken Dampflok gezogen wird, man fährt aber nie schneller als 50 km/h. Geht man durch das Abteil, kann man sich gut vorstellen, wie hier früher gut gekleidete Männer und feine Damen gesessen haben und in die …

Kreatives Handwerk: Tätowierer Stefan Schumitz

Der Reiz meiner Arbeit: Besteht darin, jeden Tag etwas Neues zu verfassen, zu kreieren und zu lernen. Mein schönstes/coolstes/außergewöhnlichstes Projekt: Jede einzelne Arbeit ist für mich ein Lieblingsobjekt – da ich bei meiner Klientel absolutes Vertrauen genieße und ich nahezu freie Hand bei der Ausarbeitung von Projekten habe. Das nervt manchmal: Gefährliches Halbwissen und fehlendes, selbstständiges Denken. Ist aber ein gesellschaftliches Problem. Das möchte ich nie machen müssen: Etwas anderes! Mein größter Traum: Den lebe ich jeden Tag im Shop und ansonsten mit meiner Familie. Ohne die Loyalität der Menschen um mich herum und das Vertrauen der Menschen, die sich von …

Felix Römer: Poet und Popstar der Poetry Slam-Szene

In der Poetry Slam-Szene ist Felix Römer bekannt wie kaum ein anderer, auch in der Region. Der gebürtige Marburger wurde 2006 selbst deutscher Vizemeister im Poetry Slam, begann seine Slam-Karriere während seines Studiums in Freiburg mit einem Gedicht über ein kiffendes Kamel. „Ich hab das Gedicht sieben Mal bei den Slams vorgetragen, bin sieben Mal Dritter geworden. Mein Ziel war es auch gar nicht, zu gewinnen“, erzählt der 39-jährige Wahlberliner. In seinem Buch „Verhinderter Held. Mach doch! Aber wenn nicht, halt die Fresse“ finden sich lyrische Alltagsbewältigungen, die emotional, amüsant und liebenswert sind. Jeder erkennt sich in dem ein oder anderem …

Juwel aus der Nachkriegszeit: Die Ekstase Bar

Für Nachtschwärmer gab es im Kassel der Nachkriegszeit eigentlich nur eine Anlaufstelle. Zu später Stunde ging es in die „Melodie Bar“, später Ekstase Bar – bis in die 90er Jahre. 34 Das Magazin hat herausgefunden, dass die Einrichtung über Jahrzehnte hinter längst verschlossenen Türen erhalten geblieben ist. Nicht nur älteren Herren öffnen wir ein Fenster in die Vergangenheit. Da werden Erinnerungen wach… Es gibt Momente, da traut man seinen Augen nicht. In den 90er Jahren wurde die Ekstase Bar neben der Volksbank Kassel-Göttingen geschlossen. Seitdem hatte das Inventar ungestört hinter verschlossenen Türen vor sich hingeschlummert – erinnert irgendwie an das …

Kreatives Handwerk: Blumenhandwerk Tetta Knoll

Der Reiz meiner Arbeit: Immer wieder anderes kreieren. Die Herausforderung daran. Mein schönstes/coolstes/außergewöhnlichstes Projekt: Jedes Projekt steht für sich. Das nervt manchmal: Menschen, die mir schon morgens mit ihrer negativen Einstellung den Tag versauen. Das möchte ich nie machen müssen: Acht Stunden am Tag im Büro sitzen – da würde ich mich eingesperrt fühlen. Mein größter Traum: Ich habe noch so viele Träume, da reicht als Selbstständige die Zeit nicht für aus. Mein erstes Projekt: Blumenschmuck für eine Hochzeitsmesse in Bad Arolsen. www.tettaknoll.de

Kreatives Handwerk: „Archie“ Neurath von Cassel Choppers

Der Reiz meiner Arbeit: Coole Menschen. Die auch offen für neue Sachen sind. Mein schönstes/coolstes/außergewöhnlichstes Projekt: Meine eigenen. Die Leute bekommen das, was ich gut finde. Das nervt manchmal: Langweilige Menschen und Motorräder. Das möchte ich nie machen müssen: Die Arbeiten eines Krankenpflegers. Mein größter Traum: Hab ich nicht! Mein erstes Projekt: Das Motorrad meiner Ex-Frau umgebaut. Das war zu gewöhnlich, sah zu sehr nach „von der Stange“ aus. Custom Sporty #harleydavidson #sporty #casselchoppers #custombike #custompaint #bobber #chopper #bobbersnchoppers #fuckoff #bsl #gotwheels #chopperkings #custommotorcycle A post shared by Cassel-Choppers (@casselchoppers) on May 8, 2018 at 6:12am PDT

Butterblume: Einfach nachhaltig

In der Frankfurter Straße hat im Sommer die „Butterblume“, Kassels erster verpackungsfreier Biomarkt, eröffnet. Linsen, Kaffee und andere Lebensmittel werden hier von Inhaberin Helen Neuwirth in Sammelbehältern angeboten. Bezahlt wird nach Gewicht. Wer dort einkaufen möchte, bringt seinen eigenen Behälter mit oder kauft das passende Gefäß vor Ort, wiegt es und füllt es dann mit der gewünschten Ware.

Biersommelier eröffnet Shop in Kassel

Es gibt nicht nur Pils, Hefeweizen, Kölsch und Alt – das dürfte sich in die letzte Eckkneipe herumgesprochen haben. Die große Vielfalt der Craftbiere – handwerklich gebraut, mit hochwertigen Zutaten und unkonventionellen Geschmacksrichtungen – bringt frischen Wind in den Markt, den die großen „Fernseh-Biere“ über Jahre dominierten. Einer, der sich dem Genussmittel intensiv angenommen hat, ist der Kasseler Jörg C. Kathe. Seit der Ausbildung zum Diplom-Biersommelier (2013) bietet er Tastings und Veranstaltungen im Craft-Bier Bereich an. Als Experte beriet er schon Sternekoch Nelson Müller in einer  ZDF-Sendung und als Sektionsleiter für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland leistet er wichtige Pionierarbeit im …

Schoko-Held: Der Herkules als Schokoladenfigur

„Die Schokoladenhohlfigur wird in liebevoller Handarbeit hergestellt und erfordert höchstes handwerkliches Geschick“, sagt Klaus Nenninger vom Traditions-Café am Friedrichsplatz. Vom Temperieren der Kuvertüre bis zum letzten Feinschliff mit der Hand nimmt die Produktion einer Figur über einen Tag in Anspruch. „Nur so erreichen wir eine detailgetreue Nachbildung des Helden“, erklärt der Konditor. Schon die Form ist etwas besonderes: Sie ist historisch. Die Nenningers fischten sie einst aus den Kriegstrümmern des Betriebes an der Wilhelmshöher Allee, mit dem im Jahr 1900 Siegfried und Emma Nenninger die Familientradition begründeten. Den Herkules aus Schokolade gibt es in drei feinen Sorten: Zartbitter-, Vollmilch- oder …

Bestes Kinderspiel 2017 kommt aus Kassel: „She remembered caterpillars“

Ungewöhnliche Charaktere, traumgleiche Schauplätze und ein atmosphärischer Soundtrack entführen in eine mikroskopische Welt voller Geheimnisse und Rätsel. Das farbenbasierte Puzzlespiel mit den bunten Raupen funktioniert intuitiv, ist gekonnt gestaltet und ausbalanciert. „She Remembered Caterpillars“ beginnt kinderleicht und wird zunehmend kniffliger. Komponiert werden die puzzligen Level mit einer narrativen Erzählebene, die eine Geschichte über Liebe, Trauer und Akzeptanz erzählt. Der Informatiker David Priemer und der Grafiker Daniel Goffin haben nach der Gründung ihres Studios „Jumpsuit Entertainment“ im Jahr 2014 nun ihren ersten großen Wurf mit dem traumgleichen Spiel „She remembered caterpillars“ gelandet. „Ein ungewöhnliches Kinderspiel, das Kindern etwas zutraut. Es lehrt …