Start Up – und schon feste Größe in der Automobilbranche

Nadja Feldle Harry Soremski

Die Hauptabnehmer sind namhafte Automobilmarken  – obwohl das Start Up Unternehmen MAPA-Tech noch keine vier Jahre existiert, gehört es doch schon zu einer festen Größe in der Automobilbranche.

MAPA-Tech – gegründet im Februar 2019 –  ist auf die Entwicklung und Umsetzung kundenspezifischer Projekte des Sondermaschinen- und Anlagenbaus spezialisiert. Sven Illing und Lars Federau selbst sagen, dass sie ein Start Up Unternehmen sind, welches über 50 Jahre Berufserfahrung mitbringt. Kennengelernt hatten sich die ursprünglich drei Gründer bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einer Firma in Wolfhagen, die auf Ritzprägetechnik spezialisiert war. Als diese 2018 insolvent ging, beschlossen die drei Nordhessen, MAPA-Tech aufzubauen und ihre Kontakte in der Automobilbranche zu nutzen. Keine zwei Wochen später hatten sie ihren ersten großen Auftrag.

Nach einem ‚kleinen ‚Gründungsdrama dank der deutschen Bürokratie‘ wie sie schmunzelnd erzählen, wurde das junge Unternehmen am Science Park der Uni Kassel ansässig. Mit mittlerweile acht Mitarbeitern  will MAPA-Tech den klassischen Maschinenbau durch neue Denkweisen und effektivere Prozesse revolutionieren. „Viele in der Branche denken nur an die Konstruktionen und nicht an die Optimierung ihrer eigenen Prozesse. Seit der Gründung liegen bei MAPA-Tech der Fokus auf der Digitalisierung und Automatisierung Unternehmensinterner Abläufe. Die digitale Dokumentation und Pflege unserer Datenbank gehört ebenso dazu wie die zentrale Datenspeicherung. Dafür haben die meisten Firmen weder Zeit noch KnowHow. Wir sind der Überzeugung, dass langfristiger Erfolg nur durch nachhaltiges Handeln möglich ist,“ erklärt der 29-jährige Lars Federau.

Sein 41-jähriger Kollege Sven Illing ergänzt: „Wir haben den Vorteil, dass wir sowohl den Serien-Maschinenbau als auch den Sondermaschinenbau  kennen. Auf der Seite der Serienfertigung sind die Prozesse bis aufs kleinste heruntergebrochen und daher sehr starr. Im Sondermschinenbau ist Flexibilität gefragt. Wir können mit all diesen speziellen Herausforderungen schnell und lösungsorientiert arbeiten – weil unser Team von MAPA-Tech nicht nur flexibel ist, sondern die Möglichkeiten der Digitalisierung gewinnbringend einsetzt.“

Mit hoher Präzision wird am Universitätsplatz 12 daran gearbeitet, die vom Kunden gewünschten Anlagen reibungslos in die Fertigung zu integrieren. Studiert haben weder Federau – der über den zweiten Bildungsweg seinen Techniker in Elektronik gemacht hat – noch Illing, der Industriemeister für Metall ist. „Die praktische Umsetzung der Theorie ist sehr wichtig. Wir stehen selbst an den Anlagen und wissen genau, worauf es bei der Konzeption ankommt. Auch hier ist unsere Berufserfahrung und die Arbeit in den Fertigungsstätten ein entscheidender Vorteil“, so die Gründer.

Für größere Aufträge, wie beispielsweise den Aufbau einer Roboteranlage, haben Federau und Illing eine Halle auf dem Henschelgelände angemietet. Hier können rund drei Fahrzeugkarossen Platz finden und an ihnen Prozesse getestet werden. „So lange es vom Platz reicht, bleiben wir gerne an der Uni Kassel. Der nächste Schritt ist der Bau einer eigenen Halle“, so Federau. Sich etwas nach eigenen Wünschen und Anforderungen aufzubauen, beschränkt sich bei MAPA-Tech nicht bloß auf eine mögliche Produktionsstätte. Denn das Unternehmen hat den Vorteil am Markt, dass die eigenen Vertriebswege auf- und ausgebaut werden. So werden auch selbstverständliche Arbeitsmittel wie ergonomische Montagevorrichtungen nach den eigenen Bedürfnissen entwickelt und umgesetzt.

„Alle Unternehmen denken bei Ihren Innovationen an ihre Produkte, aber nicht an das eigene Unternehmen. Auch hier möchten wir mit unserer Strategie der Konkurrenz zwei Schritte voraus sein.“ Auch das Patent für Ritzprägetechnik, welches MAPA-Tech besitzt, wird weiter vorangetrieben. „In der Ritzprägetechnik sind wir quasi unantastbar und haben unsere festen Abnehmer, die sich auf unsere hohe Qualität verlassen können. Wenn Fahrgestellnummern nicht exakt oder tief genug eingeprägt sind, werden diese Fahrzeuge zum Beispiel in China nicht zugelassen und müssen verschrottet werden. Dies wäre für die Automobilhersteller natürlich ein extrem hoher Verlust. Mit den von uns gebauten Anlagen passieren solche Fehler nicht mehr – und das wissen unsere Kunden.“ MAPA-Tech aus Kassel steht für Innovation und Verlässlichkeit.