Science Park Kassel: Überlebensquote 96 Prozent

Rainer Hahne Harry Soremski

Im Sommer ist dieser Innenhof das kommunikative Zentrum des Science Parks. Hier trifft man sich. Hier wird geschnuddelt. Hier werden neue Ideen gemeinsam besprochen. Hier werden Neuigkeiten in Lichtgeschwindigkeit verbreitet. Im Science Park funktioniert zwar das Handy nicht, aber die Buschtrommel.

Das Technologie- und Gründerzentrum auf der Marbachshöhe hat eine Filiale bekommen. Seit knapp einem Jahr läuft der Science Park auf dem Uni-Gelände. Und wie! Auf 10.000 Quadratmetern sind mittlerweile 25 Firmen in der Gründungsphase aktiv. Und die haben gute Gründe, sich hier einzuquartieren.

Geschäftsführer des Science Park Dr. Gerold Kreuter. Foto: SoremskiGeschäftsführer des Science Park Dr. Gerold Kreuter.

„Für ein Start-up ist es unglaublich wichtig, dass wir in jeder Beziehung flexibel sind”, weiß Dr. Gerold Kreuter, Geschäftsführer des Science Parks aus seiner langen Arbeit beim Technologie und Gründerzentrum. „Hier kann ein Gründer allein auf 15 Quadratmetern anfangen und in einem Jahr mit zwanzig Mitarbeitern auf 150 Quadratmetern aktiv sein. Umgekehrt ist es genauso einfach, im Fall des Scheiterns unser Haus in drei Monaten zu verlassen.” Ganz wichtig sei es („Damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal”), dass im Haus ein Finanzberater aktiv ist, der die oft finanziell unbedarften Gründer an die Hand nimmt und die größten Probleme im Vorfeld ausräumt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Technologie- und Gründerzentrum und jetzt im Science Park sind in all den Jahren gerade mal vier Prozent der jungen Firmen gescheitert. „Die Überlebensquote von 96 Prozent ist damit deutlich höher als auf dem freien Markt”, ist Kreuter auf seine Einrichtungen stolz. Und noch etwas fasziniert ihn immer wieder. „Das ist diese riesige Aufbruchstimmung, die im ganzen Haus herrscht und die durch Kommunikationszonen und Küchen auf allen Etagen unterstützt wird.“

Ganz wichtig ist aber etwas anderes, auf das man so schnell nicht kommen würde. Es sind die Tischkicker, die die Stimmung immer wieder in Schwung bringen. Hier spielen Gründer unterschied-lichster Firmen miteinander oder gegeneinander. Und wenn man so locker miteinander umgeht, ist es auch viel einfacher,
anschließend mal ein Problem zu diskutieren. Hier im Haus wird gemeinsam gearbeitet und gefeiert. Das hebt die Stimmung in der oft hochriskanten Gründerphase.

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