Markus Bauer: Nachfrage an Porsche-Oldtimern steigt

Victor Deutsch Harry Soremski

Während wir zwischen dutzenden Porsche-Modellen aller Epochen und Erhaltungszustände umherwandern, sprechen wir mit Markus Bauer, Geschäftsführer von „Glinicke Classic Cars”, über Chancen und Risiken beim Erwerb eines solchen „Schätzchens”.

Herr Bauer, ein Porsche 911 RS kostete in seinem Baujahr 1972 37.900 D-Mark, 20 Jahre später war er schon wieder das Gleiche wert, vor zehn Jahren musste man dann schon gut 60.000 Euro hinblättern…Markus Bauer: und heute sind die Modelle – einen guten, restaurierten Zustand vorausgesetzt – schon mal rund 800.000 Euro wert…Welche Modelle und Fabrikate sind derzeit besonders begehrt?

Alle, die zum Mythos taugen, die Emotionen wecken, denen man als kleiner Bub hinterher geschaut hat. In Deutschland führt Porsche ganz klar die Wunschliste an. Und da hat jeder seine Favoriten: Chrom oder Spoiler, Baujahr oder Leistung.

Fotos: Soremski

Muss es denn ein Porsche, Ferrari oder Mercedes sein oder kann man auch in einen Käfer sein Geld investieren?

Auch bei den klassischen Volkswagen-Modellen – vom Käfer, über Karman-Ghia bis zum Bus – gibt es Preiszuwächse und eine große Sammel-Leidenschaft. Allerdings sollte man sich nicht von jedem Modell eine drastische Wertsteigerung erhoffen.

Worauf sollte man unbedingt achten, wenn man sein Traumwagen kaufen möchte?

Das Wichtigste ist die Seriösität des Anbieters. Wo kommt der Wagen her? Was hat er für eine Historie? Denn im Zuge der steigenden Preise werden schon gerne mal Service-Hefte gefälscht, um lückenlose Werkstattbesuche zu belegen.

Wo lauern die Risiken beim Kauf von historischen Fahrzeugen?

Technische Mängel sind wahrscheinlich zusammen mit versteckten Rost-Stellen das größte Übel. Die können ein vermeintliches Schnäppchen schnell zum Euro-Grab werden lassen.

Was ist für Sie schwieriger: Begehrte Modelle herzuholen oder Techniker zu finden, die mit den Eigenheiten der Modelle vertraut sind?

Für ersteres sind wir gut aufgestellt – ich habe vor fast 30 Jahren an der Seite meines Vaters mit dem Handel dieser Fahrzeuge begonnen. Unser Firmenchef Florian Glinicke ist ein wahrer Experte für die historischen Porsche-Modelle – und wir haben in den wichtigsten Herkunftsländern Amerika und Japan glänzende Kontakte vor Ort. In Sachen Werkstatt haben wir das große Plus über langjährige Mitarbeiter zu verfügen, die mit den Modellen und Motoren schon in ihrer Ausbildung zu tun hatten. Und engagierte unge Menschen, die selbst gerne schrauben, gibt es glücklicherweise auch. Statt das Diagnose-Gerät einzustöpseln kommen bei uns auch alte Techniken wie das Punkt-Schweißen zum Einsatz.

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Oldtimer fahren oder in der Garage konservieren?

Markus Bauer: Fahren! Auf jeden Fall. Erstens sind die Fahrzeuge dafür gebaut worden und würden unbewegt mehr Schaden davon tragen. Bei aller Euphorie über den eventuellen Wertzuwachs darf eines nicht vergessen werden: Die Dividende ist der Fahrspaß!

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