Kelterei Gerth aus Reinhardshagen vertreibt Silka-Säfte

Paulina Müller Harry Soremski

Es ist Herbst – unverkennbar. Die Tage werden kürzer und die Nächte rauer. Doch mit dem kälteren und regnerischen Wetter geht auch die Apfelernte einher. Das bedeutet vor allem eines: Hochsaison in der Kelterei Gerth, welche die Obstinitiative Silka unterstützt und im September die Saftproduktion einläutet.

Vom Baum bis in die Flasche: Ein Prozess, der nicht länger dauert als zwei Tage. Eine Produktion, in der Tonnen frischen Obstes in binnen weniger Stunden verarbeitet werden müssen. Gründungsmitglied und Chef der Kelterei in Reinhardshagen ist Günther Gerth. Er begleitet den Prozess vom Apfel bis hin zum Saft. „Das bedeutet Stress. Gerade in diesem Jahr, wo die Hitzewelle das Obst viel zu schnell hat reifen lassen“, erklärt er und unterstreicht den Arbeitsaufwand, der dahinter steckt. Schon allein in der ersten Woche, in der die Äpfel an den Sammelstellen im Landkreis Kassel abgeholt wurden, verzeichnete die Kelterei 80 Tonnen Obst. „In diesem Jahr ist die Ernte exponentiell gestiegen. Natürlich fällt die Ernte jedes Jahr anders aus. Wir können keine Prognosen aufstellen, wie die kommende Saison wird. Wir müssen flexibel sein, damit umgehen können.“ Stress, der tägliche Begleiter in der Apfelernte, in den Wochen, in denen aus dem Obst das Gold der Region wird.

Von der Region für die Region. Das ist Silka. Das ist, wofür auch Gerth steht. Ein Kreislauf, der die Sicherung von Streuobstwiesen im Landkreis anstrebt und mit dem geernteten Obst und dem Endprodukt Saft die Pflege, Erhaltung, Instandsetzung und Erneuerung von Streuobstwiesen garantiert. „Unsere Kelterei liegt in dem Einzugsgebiet, ist nicht mehr als 50 Kilometer entfernt und prägt die Regionalität des Saftes. Wir sind ebenso für die Logistik der Silka-Säfte, die Verarbeitung und die Belieferung an die Kunden zuständig“, sagt Gerth und setzt damit den regionalen Bezug des Zyklus des Saftes in den Vordergrund. Angefangen bei dem Anbau und geendet bei den fertig gefüllten Flaschen mit buntem Etikett in den Läden.

Was klein anfing wuchs stetig weiter, nahm Form an und ging mit der Zeit. „Das Projekt Silka startete 1996 in Hofgeismar. Das Ziel: Die Erzeugung von Streuobstprodukten mit dem Nabu-Qualitätszeichen von Streuobstwiesen aus dem Landkreis Kassel“, so Gerth. Und genau das ist der Unterschied zu den Säften, die Günther Gerth sonst in seiner Kelterei produziert. Das spezifizierte Qualitätszeichen, welches den Silka-Apfelsaft in der Region einzigartig macht, ein
Wiedererkennungswert, der sich im Landkreis festigte und für den Naturschutz und die hochwertige Verarbeitung des Obstes steht. Damit verpflichtet sich der Erzeuger aber auch, keine chemischen Pflanzenschutzmittel, stickstoffhaltige Mineraldünger, Klärschlamm oder Müllkompost zu verwenden. Unterstützt werden die Natur- und Obstfreunde des Silka e.V. von dem Amt für ländlichen Raum, welches stets eng bei der Produktion mit dem Verein zusammenarbeitet. Vom Apfel bis zum Saft – eine Reife, die Geduld und Zeit bedarf. Den Sommer verabschiedet und den Herbst einläutet. Jedes Jahr aufs Neue, denn an ein Ende der Zusammenarbeit will Gerth noch nicht denken.