Hobby-Bauer Fabian Umbach: Vom Schreibtisch in den Stall

Laura-Madlein Scharpen Harry Soremski

Andere Männer in seinem Alter spielen in ihrer Freizeit Fußball, schrauben an Autos oder gehen am Wochenende feiern. Fabian Umbach aus Guxhagen-Albshausen jedoch kümmert sich nach Feierabend um seine 400 Hühner. Der 29-Jährige betreibt neben seiner Vollzeitstelle als Marketingmitarbeiter einen Bio-Bauernhof – und verkauft Eier und Fleisch im eigenen Hofladen.

Der 29-jährige Fabian Umbach aus Guxhagen-Albshausen kümmerst sich nach seinem regulären Job im Marketing abends um seine 400 Hühner. Fotos: SoremskiDer 29-jährige Fabian Umbach aus Guxhagen-Albshausen kümmerst sich nach seinem regulären Job im Marketing abends um seine 400 Hühner.

Fabian Umbach ist jung, erfolgreich und weiß, was harte Arbeit bedeutet: Der 29-Jährige ist nicht nur Vollzeit im Marketingbereich für die Messe Kassel tätig, er führt nebenbei auch seinen eigenen 5.000 Quadratmeter großen Bio-Bauernhof. „Ich arbeite vierzig Stunden bei meinen Eltern in der Messe Kassel. Jeden Morgen vorm Büro nochmal zwei Stunden auf meinem Hof sowie fast das gesamte Wochenende.“

Dass er sich täglich um seine rund 400 Hühner, Schweine, Tauben und Kaninchen kümmern muss, empfindet Fabian Umbach dennoch nicht als Arbeit: „Für mich ist das der Ausgleich zum Büro. Das Arbeiten an der frischen Luft und die Versorgung meiner Tiere erfüllt mich“, betont Hobby-Bauer Umbach. Seit vier Jahren führt er seinen „Heidehof“ in Albshausen. Ein lang gehegter Traum. Schon als Kind züchtete er bei seinen Eltern in Büchenwerra Hühner und packte auf benachbarten Bauernhöfen mit an. „Als mein Vater mir dann anbot, den Hof in Albshausen zu kaufen, habe ich nicht lange gezögert.“

Anfangs hielt der 29-Jährige nur Hühner, verkaufte die Eier an Freunde und Bekannte. „Die Nachfrage wurde immer größer, so habe ich dann nach und nach mehr Tiere geholt – auch Schweine. Vier mal im Jahr lasse ich die Masthähnchen beim Bio-Metzger schlachten, einmal im Jahr die Schweine. Neben Eiern verkaufe ich in meinem Hofladen auch frisches Hühnchen und Wurstwaren, im Sommer Grillfleisch von den Schweinen.“ Fabian Umbach hat seinen Hof vom Verband „Bioland“ zertifizieren lassen. Aus Überzeugung, wie er sagt: „Ich konnte mit konventioneller Landwirtschaft noch nie viel anfangen. Das Tierwohl steht für mich an oberster Stelle. Denn was gesund für Tiere ist, ist auch gesund für den Menschen. Die Produkte sind einfach besser.“ Seine Hühner und Schweine müssen nicht in engen, sterilen Käfigen ausharren, sondern können sich frei bewegen und bekommen nur frisches Bio-Futter, beispielsweise Schrot aus Weizen, Mais und Kräutern. Auch Umbach selbst hat seine Ernährung zu 90 Prozent auf Bio umgestellt. Fleisch isst er fast ausschließlich von seinem Hof. „Ich freue mich, wenn ich das Fleisch meiner selbst gehaltenen Tiere genießen darf. Ich ernähre mich dadurch bewusster und schmeiße nichts weg. Auch weil ich weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt.“

Sein Wissen über Tierhaltung und Bio-Landwirtschaft hat sich Umbach selbst angeeignet. „Ich habe ja keine Ausbildung in dem Bereich, deshalb würde ich mich nicht als Landwirt bezeichnen. Ich bin einfach Bauer“, sagt er. Für die Zukunft wünscht sich Fabian Umbach mehr Landfläche „damit ich mit der Nachfrage mitwachsen kann.“ Ob er seinen Biohof einmal hauptberuflich führt? „Ich weiß nicht was in fünf  Jahren ist. Auch die Arbeit im Familienunternehmen macht mir Spaß. Aber vorstellen kann ich’s mir.“

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