Firma Rennert saniert Kassels Freibäder

Victor Deutsch Harry Soremski

Ein Schwimmbad bauen sich ja einige Kasseler. Thilko Gerke baut gleich zwei. Und nicht nur für sich, sondern für alle: Sowohl das in diesem Jahr eröffnete Freibad Harleshausen als auch das Freibad Wilhelmshöhe (Wiedereröffnung 2017) wurden und werden von der traditionsreichen Firma Rennert saniert. Projekte, in die Schweiß und Herzblut fließen.

Sommer-Erinnerungen: „Mein Großvater war dort schwimmen. Mein Vater ebenso. Auch ich habe wunderbare Erinnerungen an die Sommer. Und meine Kinder sollen sie auch haben.” beschreibt Thilko Gerke die Sanierung des Freibads Wilhelmshöhe als „Familienangelegenheit”. Ein Freibad umzubauen, das ist schon etwas Besonderes in der über 125-jährigen Firmengeschichte der Bauunternehmung Rennert. Wohnhäuser, Schulen, Banken, auch Ausgefallenes wie die „Raumskulptur” von Per Kirkeby zur documenta 9 (1992) wurden von den tüchtigen Rennert-Mitarbeitern errichtet. Und nun ein Freibad, nein zwei: Denn auch das am 30. April eröffnete Freibad in Harleshausen (anno 1936, nur ein Jahr nach dem in Wilhelmshöhe, errichtet) trägt die Rennert-Handschrift.

Die traditionsreiche Firma Rennert saniert sowohl das Freibad Harleshausen als auch das Freibad Wilhelmshöhe. Fotos: SoremskiDie traditionsreiche Firma Rennert saniert sowohl das Freibad Harleshausen als auch das Freibad Wilhelmshöhe.

Im April 2015 fiel der Startschuss für die Baumaßnahmen, das Becken wurde mit Edelstahl ausgekleidet. Die aufwändige Technik hat am oberen Rand des 39 mal 16 Meter großen Schwimmbeckens ihren Platz gefunden. Das Funktionsgebäude mit Einlass, Kasse, Umkleide, Sanitärbereich und Schließfächer wurde neu geplant und errichtet. Ein Traum der Harleshäuser Schwimmbadbesucher geht mit der acht Meter langen Wasserrutsche in Erfüllung. „Nicht nur vom Projekt selber ist so ein Freibad-Bau eine Herzenssache. Auch die Zusammenarbeit mit dem engagierten Förderverein machte uns allen große Freude”, erinnert sich Thilko Gerke. Gemeinsames Grillen, Kaffee und Kuchen auf der Baustelle: „Da hat man sich mächtig ins Zeug gelegt, um die Motivation unserer Arbeiter auf höchstem Niveau zu halten”, muss der Bauunternehmer schmunzeln.

Schwimmbadbau ist durchaus nicht alltäglich und birgt so manche Tücken. Die Hanglage des Freibades sorgte für zusätzliche Probleme. Der hohe Grundwasserspiegel und das Oberflächenwasser nach starken Regenfällen bereiteten immer wieder Sorgen und mussten abgeführt werden. „Die Dichtigkeit gegen eindringendes Wasser herzustellen war eine große Aufgabe – das Wasser im Becken zu halten war dagegen fast ein Kinderspiel”, beschreibt der 45-Jährige die Aufgaben. Zugleich lobt er die gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Baufrösche, das auch den Entwurf für das Bad Wilhelmshöhe erstellt hat, mit den Verantwortlichen der Städtischen Werke und den insgesamt 18 Subunternehmern. Während in Harleshausen jetzt wieder gebadet werden kann, muss in Wilhelmshöhe noch tüchtig gebaut werden. Der 1. Mai 2017, rechtzeitig zu Beginn der Freibadsaison, wird als „Anbadetermin” angepeilt. Im März begann die 3,3 Millionen Euro teure Sanierung. Auch hier werden neben einer Edelstahl-Auskleidung des Beckens, neue Technik-, Umkleide, und Service-Gebäude erstellt. Wie in Harleshausen soll auch in Wilhelmshöhe eine große Rutsche künftig die Kinder erfreuen.

16_04_21_34_Thilko-Gerke_5514Bad als Baustelle: Im Frühjahr 2016 hat man in Wilhelmshöhe mit den Sanierungsarbeiten begonnen.

„Mit dem Förderverein Schwimmbad Bad Wilhelmshöhe stehen wir schon länger in enger Abstimmung, so dass wir gemeinsam auch dieses Freibad zu neuem Glanz führen werden”, freut sich Gerke.

Schon bei den Bemühungen des Fördervereins, das alte Café-Gebäude zu sanieren, war er aktiv dabei: 10.000 Euro flossen als Spende  aus den Feierlichkeiten anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Firma Rennert in 2014 an die Freibad-Förderer. Mit Rat und Tat stand er von Beginn an den Wilhelmshöhern zur Seite.

Auch wenn Thilko Gerke die nächsten Monate oft im Freibad sein muss – „richtig schön wird es dann im kommenden Jahr: Bei Eis, Pommes und hoffentlich schönem Wetter mit der ganzen Familie im neuen Freibad Wilhelmshöhe!”

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