Fieldfare Dry Gin: Wacholderschnaps mit Zutaten aus der Heimat

Ulf Schaumlöffel Ulf Schaumlöffel

Ihre Destillerie liegt etwas versteckt in Liebenau-Ostheim (nähe Hofgeismar), aber ihr Gin ist deutschlandweit gefragt. In der alten Schmiede, die Kai Seidenhefter und Tobias Radler im Sommer letzten Jahres renoviert haben, destillieren die beiden den begehrten Fieldfare Dry Gin. „Angefangen hat alles aber im Jahr 2015 auf einer Terrasse und in einer Gartenlaube“, berichtet Seidenhefter.

Joachim Kalitzke (hat sich vor kurzem aus dem operativen Geschäft zurückgezogen) und Kai Seidenhefter hatten sich schon länger Gedanken darüber gemacht, einen Gin mit Zutaten aus der Heimat zu kreieren. Da die beiden schon etwas Erfahrung im Destillieren hatten, legten sie los. „Die Idee für die besondere Spirituose entstand bei einem Gespräch auf der Terrasse. Kurze Zeit später legten wir in einer Gartenlaube los.“ Später stieß Tobias Radler zum „Projekt“ dazu. Bis das heutige Produkt fertig war, vergingen eineinhalb Jahre und 62 Destillate waren dafür nötig. „Wir mussten ja erst mal Erfahrung sammeln. Vor allem was den Geschmack betrifft. Nimmt man nur ein paar Gramm weniger oder mehr von den Gewürzen, hat das jeweils schon eine große Auswirkung auf den Geschmack.“ Bezüglich des Geschmacks haben sich die drei nicht daran orientiert, was anderen schmeckt, sondern was sie mögen. Ihr Geschmack kommt an! Denn das, was eigentlich nur für einen kleinen Kreis geplant war, entwickelte sich schnell zum Hype. „Ursprünglich waren mal so zehn Flaschen für Freunde und Bekannte geplant“, so Radler. Nachdem aber ein Sternekoch aus Regensburg eine Flasche Gin in seine Hände bekam, nahm die Sache ihren Lauf. „Der Koch war so davon begeistert, dass er ihn überall empfiehl. Kurz darauf bekundeten auch Daniel Werner von der Hospitalskellerei in Kassel und Christoph Brand von den Fliegenden Köchen großes Interesse an unserem Dry Gin“, berichtet Radler weiter. „Als dann noch ein Gin-Papst schrieb: es gibt über 285 Sorten Gin, aber der Fieldfare hat noch gefehlt, kamen Anfragen aus ganz Deutschland“, ergänzt Seidenhefter.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Gin-Herstellung für die Männer lediglich ein Hobby. Nun arbeiten Seidenhefter und Radler hauptberuflich in der Destillerie. Unterstützung bei der Arbeit bekommen sie von ihrer Familie. Die beiden sind froh, dass sie mit der alten Schmiede einen guten Standort für ihre Manufaktur gefunden haben. Dort wurde auch eine Lounge integriert, in der regelmäßig Tastings angeboten werden. Das klimatisch begünstigte Tal der Diemel besitzt ideale Voraussetzungen für den Geschmack des Fieldfare-Gin: kräftiger und zugleich süßlicher heimischer Wacholder sowie die Aromen von Grapefruit, Orange und Zitrus vereinen sich dabei zu einer starken Basis. 21 Botanicals prägen den kräftigen und dabei doch feinkomplexen Charakter. Das Ganze wird in ehrlicher Handarbeit gemacht – vom Sammeln der Wacholderbeeren bis zum Füllen der Flaschen.

Hier wird noch alles handgemacht: vom Sammeln der Beeren bis zum aufkleben des Ettikets auf die Flasche.
In der kleinen Manufaktur in Liebenau wird der Gin hergestellt