Ein Blick ins Düstere: Kasseler Fotograf Dennis Steinberg

Nadja Feldle Dennis Steinberg

 

 

Es in ein Morgen im November. Es ist kalt am Bühl in Ahnatal-Weimar, Nebel wabert über den eisgrauen See. Ein durchtrainiertes Männermodel steht nur in Unterwäsche bekleidet am Ufer, watet auf das Kommando von Fotograf Dennis Steinberg langsam in das kalte Wasser – hinein in den Nebel. So entsteht eine Fotoreihe mystisch anmutender Aufnahmen, die Steinberg später auf seinem Instagram-Account darkphotosde veröffentlichen wird.

Dort gibt es noch weitere außergewöhnliche Motive. Teilweise sind die Models mit Blut beschmiert, stehen allein und verloren im Wald oder tragen einen Vogelkäfig auf dem Kopf. Die Bilder wirken auf den ersten Blick düster, morbide und faszinieren gerade deswegen über 10.000 Nutzer auf der Fotoplattform Instagram.

„Die Idee des Bildes habe ich schon vorher im Kopf, suche dann gezielt nach Modellen und Orten, wo ich das Foto so umsetzen kann, wie ich es mir vorgestellt habe“, erzählt der 36-jährige Mediendesigner einer Kasseler Agentur, der großer Horrorfilm-Fan ist und sich dort auch für seine Shootings inspirieren lässt. Mittlerweile kann er seine Ideen auch im eigenen Fotostudio in Kassel verwirklichen (Termine nur auf Anfrage).

In seinen Bildern finden sich neben Filminspirationen auch eigene Erlebnisse, Erfahrungen von Freunden oder aus dem Umfeld – gefangen sein in dem Käfig einer unglücklichen Beziehung, Liebeskummer oder auch Missbrauch.

Auf seiner Webseite www.dark-photos.de und bei Instagram finden sich neben den eher düsteren Fotos auch solche von halbnackten Bodybuildern, die trotz ihrer Muskeln und der damit assoziierten Stärke verletzlich wirken. Kontraste, die die Aufnahmen ebenso besonders machen wie Nacktheit und Nebel.