E-Car: Nicht nur sparsam, sondern auch noch gesund

Rainer Hahne Harry Soremski

Das ist der Wahnsinn. Ausgerechnet im kleinen Örtchen Rosenthal wird eines der spannendsten Elektroautos Deutschlands entwickelt. Der TWIKE 5 soll bis zu 195 km/h schnell werden und bis zu 500 Kilometer Reichweite haben. Doch nicht nur das. Er ist auch noch gesund! An der Uni in Kassel fing die ganze Geschichte an. Martin Möscheid hat dort Maschinenbau studiert und den Hinweis zu einem „Liegefahrrad mit Elektromotor“ der Schweizer Firma TWIKE bekommen. „Mich hat es damals nicht gleich angesprochen, aber mein Bruder war sofort begeistert vom TWIKE 3. Er hat ihn nicht nur bestellt, sondern sogar bei der Montage der ersten Serie mitgeholfen.“

Eine Montage mit Folgen. Nach erstem Fahreindruck war auch Martin Möscheid von dem Fahrzeug so fasziniert, dass die Entscheidung fiel: „Wir werden TWIKE-Importeur für Deutschland.“ Das war 1998. Seitdem haben sie rund 1100 dieser Fahrzeuge verkauft. Und nicht nur das. Als die Schweizer Hersteller 25 Millionen Franken in den Sand setzten um die nächste Generation E-Car zu konstruieren, wurde es noch spannender. „Wir haben die Firma für einen hohen sechsstelligen Betrag aus der Nachlassstundung gekauft und bauen die Fahrzeuge jetzt selbst.“ Während wir uns auf dem Hof in Rosenthal die Fahrzeuge anschauen, rollt ein Schweizer TWIKE 3-Fahrer ein. Gertenschlank springt er aus dem Fahrzeug, das auch über ein Pedalsystem verfügt. Für ihn war das damals der Grund für den Kauf: „Ich hatte Probleme mit dem Übergewicht und mein Arzt hatte mehr Bewegung eingefordert. Da habe ich dieses Fahrzeug gesehen und bin seitdem meine Probleme los.“ Mit dem „Strampelextender“ wird der Antrieb entlastet und die Reichweite um zehn bis 15 Prozent erhöht. Passiv im Auto sitzen ist Vergangenheit. Martin Möscheid ist der festen Überzeugung, dass jetzt der richtige Moment gekommen ist, um den nächsten Schritt zu tun. Während der TWIKE 3 mit einer Spitzengeschwindigkeit von 85 km/h mit Mühe autobahntauglich ist, soll der TWIKE 5 aber mal so richtig abgehen. „In der Spitze soll er 195 laufen und von Null auf Hundert in vier Sekunden beschleunigen“, schildert Möscheid, der vom nächsten TWIKE bisher nur einen Prototypen auf dem Hof stehen hat.

Der Elektroflitzer hat in den USA bei einem Wettbewerb mit seinem futuristischen Aussehen und den Leistungsdaten für großes Aufsehen gesorgt. Für den ersten Platz hat es aber nicht ganz gereicht. „Da wurde ein amerikanisches Modell gewählt. ‘America first’ eben“, grinst Martin Möscheid. Der Rosenthaler ist davon überzeugt, dass sein Fahrzeug seine Liebhaber finden wird. „Eine Kippstabilität wie ein 5er BMW, Stromverbrauch für zwei Euro auf hundert Kilometer, Sicherheit durch Überrollbügel, zehn Jahre steuerfrei. Und auch im TWIKE 5 kann man für seine Gesundheit in die Pedale treten.“ Billig ist das coole Fahzeug allerdings nicht. Etwa 30.000 Euro rufen Möscheid und Co. für die Basisversion auf. Let’s TWIKE!

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