Real Dolls aus Kassel

Liebespuppe Jenny mag, was der Mensch neben ihr mag. Unter anderem kann das auch ein Gang in die Bar Seibert sein, in der die Real Doll in Szene gesetzt wurde. Das Beste an ihr: Sie nörgelt nie und hat nie Migräne – das ist doch der Männertraum schlechthin, oder? Denn nur so ist zu erklären, dass einige für Sexpuppen wie „Jenny“ 8.000 Euro und mehr bezahlen. Eine Sexpuppe, die so echt wie eine Frau wirken soll. Ganz aus Silikon gegossen, lebensecht nachempfunden. Seit über zehn Jahren vertreibt Mitja Klee aus Kassel (Intimate Moments) die Original „Real Dolls“.  

So spannend sind die Restaurierungs-Werkstätten der MHK

Den Spuren der Zeit kann sich nichts und niemand entziehen. Doch es gibt einen Weg, den Prozess zu verlangsamen. Zusammen mit ihren Kollegen der Restaurierungswerkstätten der MHK verhilft Abteilungsleiterin Anne Harmssen alternden Objekten und Kunstwerken zu neuem Glanz und verlängert ihre Lebensspanne, ohne dabei jedoch die Originalität und den Charakter des Werks zu verfälschen. Stille herrscht im Raum. Konzentriert steht eine Gruppe von Restauratoren vor einem Gemälde, der Blick einer Kollegin ist konzentriert durch ein Mikroskop gerichtet. Ihrem geschulten Blick entgeht nichts, keine Unebenheit, kein Kratzer, keine nachträglich aufgetragene Farbschicht. In der Werkstatt sitzt eine Restauratorin über einer alt und …

Profitänzerin Cree Barnett Williams tanzt am Staatstheater Kassel

Die Probebühne im siebten Stock des Kasseler Staatstheaters. Eine Spiegelwand, hölzerne Ballettstangen, hellgrauer Fußboden. Auf der anderen Seite einer der schönsten Blicke über die Stadt. „Hier an der Fensterfront stehe ich am liebsten und schaue mir den Sonnenuntergang an“, erzählt Cree Barnett Williams. Wenn sie nicht gerade tanzt. Vor fast drei Jahren kam Cree aus ihrer Heimat England nach Kassel, um ihre Karriere als Profitänzerin fortzusetzen. Am Staatstheater bekam sie ihre erste Festanstellung. Zuvor arbeitete sie als freischaffende Tänzerin in London. „Das war eine tolle Zeit, aber dort war ich eine von vielen“, blickt sie zurück. Im Alter von drei Jahren begann die heute 26-Jährige mit …

Mit viel Nostalgie und dem Hessencourrier durch Nordhessen

Schneller, höher, weiter. Mal eben um die Welt fliegen? Kein Problem. Im Zug Mails beantworten? Ganz normal. Immer schneller und bequemer reisen wir von A nach B. Es wird Zeit, mal wieder einen Gang zurückzuschalten. Nimmt man zum Beispiel die 33,4 Kilometer lange Fahrt mit dem Hessencourrier von Kassel nach Naumburg auf sich, sitzt man zwar in einem Abteil, das von einer 750 PS starken Dampflok gezogen wird, man fährt aber nie schneller als 50 km/h. Geht man durch das Abteil, kann man sich gut vorstellen, wie hier früher gut gekleidete Männer und feine Damen gesessen haben und in die …

Jeder Schritt ein Erlebnis: Trendsport Wandern

„Was ich nicht gelernt, das habe ich erwandert“ soll Goethe geschrieben haben. Und so erlebt seit einigen Jahren das Wandern als Sinnerlebnis wieder mehr Zuspruch aus der Bevölkerung. 2017 sprach man sogar von einer neuen, alten Trendsportart. Hauptmotiv für die Wanderungen ist „Die Natur erleben“, das 75 Prozent der Wanderer angeben, gefolgt von „Sich bewegen und aktiv sein“ (57 Prozent) und „Etwas für die Gesundheit tun“ (56 Prozent). Bei gutem Wetter werden auch in unserer Region die Rucksäcke gepackt, feste Schuhe angezogen und dann geht es auf den Grimmsteig oder auf die Premiumwege im Naturpark Frau-Holle-Land. „Der Vorteil am Wandern …

Kreatives Handwerk: Tätowierer Stefan Schumitz

Der Reiz meiner Arbeit: Besteht darin, jeden Tag etwas Neues zu verfassen, zu kreieren und zu lernen. Mein schönstes/coolstes/außergewöhnlichstes Projekt: Jede einzelne Arbeit ist für mich ein Lieblingsobjekt – da ich bei meiner Klientel absolutes Vertrauen genieße und ich nahezu freie Hand bei der Ausarbeitung von Projekten habe. Das nervt manchmal: Gefährliches Halbwissen und fehlendes, selbstständiges Denken. Ist aber ein gesellschaftliches Problem. Das möchte ich nie machen müssen: Etwas anderes! Mein größter Traum: Den lebe ich jeden Tag im Shop und ansonsten mit meiner Familie. Ohne die Loyalität der Menschen um mich herum und das Vertrauen der Menschen, die sich von …

Felix Römer: Poet und Popstar der Poetry Slam-Szene

In der Poetry Slam-Szene ist Felix Römer bekannt wie kaum ein anderer, auch in der Region. Der gebürtige Marburger wurde 2006 selbst deutscher Vizemeister im Poetry Slam, begann seine Slam-Karriere während seines Studiums in Freiburg mit einem Gedicht über ein kiffendes Kamel. „Ich hab das Gedicht sieben Mal bei den Slams vorgetragen, bin sieben Mal Dritter geworden. Mein Ziel war es auch gar nicht, zu gewinnen“, erzählt der 39-jährige Wahlberliner. In seinem Buch „Verhinderter Held. Mach doch! Aber wenn nicht, halt die Fresse“ finden sich lyrische Alltagsbewältigungen, die emotional, amüsant und liebenswert sind. Jeder erkennt sich in dem ein oder anderem …

Juwel aus der Nachkriegszeit: Die Ekstase Bar

Für Nachtschwärmer gab es im Kassel der Nachkriegszeit eigentlich nur eine Anlaufstelle. Zu später Stunde ging es in die „Melodie Bar“, später Ekstase Bar – bis in die 90er Jahre. 34 Das Magazin hat herausgefunden, dass die Einrichtung über Jahrzehnte hinter längst verschlossenen Türen erhalten geblieben ist. Nicht nur älteren Herren öffnen wir ein Fenster in die Vergangenheit. Da werden Erinnerungen wach… Es gibt Momente, da traut man seinen Augen nicht. In den 90er Jahren wurde die Ekstase Bar neben der Volksbank Kassel-Göttingen geschlossen. Seitdem hatte das Inventar ungestört hinter verschlossenen Türen vor sich hingeschlummert – erinnert irgendwie an das …

Fieldfare Dry Gin: Wacholderschnaps mit Zutaten aus der Heimat

Ihre Destillerie liegt etwas versteckt in Liebenau-Ostheim (nähe Hofgeismar), aber ihr Gin ist deutschlandweit gefragt. In der alten Schmiede, die Kai Seidenhefter und Tobias Radler im Sommer letzten Jahres renoviert haben, destillieren die beiden den begehrten Fieldfare Dry Gin. „Angefangen hat alles aber im Jahr 2015 auf einer Terrasse und in einer Gartenlaube“, berichtet Seidenhefter. Joachim Kalitzke (hat sich vor kurzem aus dem operativen Geschäft zurückgezogen) und Kai Seidenhefter hatten sich schon länger Gedanken darüber gemacht, einen Gin mit Zutaten aus der Heimat zu kreieren. Da die beiden schon etwas Erfahrung im Destillieren hatten, legten sie los. „Die Idee für …

Dr. Sabine Schormann ist neue documenta-Generaldirektorin

„Ich verstehe meine Rolle als ‚Ermöglicherin‘, das heißt, ich möchte der Kunst mit der documenta weiterhin größtmögliche Entfaltung und öffentliche Wahrnehmung zusichern, ohne dabei selbst künstlerisch einzugreifen“, sagt Dr. Sabine Schormann, die neue Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH. Sie wird als Nachfolgerin von Annette Kulenkampf ihr Amt im September antreten,in der Zwischenzeit führt Wolfgang Orth-Mayr als Interimslösung die Geschäfte. Schormann hatte die vergangenen 18 Jahre in der Doppelfunktion als Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH-Stiftung in Hannover gewirkt. Zuvor etablierte Sabine Schormann den bundesweiten Tag des offenen Denkmals für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von 1996 bis 2000 …