Es „läuft“ in der Braumanufaktur Steckenpferd

Der Meisterbrief an der Wand wird hängen bleiben. Er ist ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit, einer Zeit, in der hier noch eine Pferdemetzgerei beheimatet war. Das Schlachten gehört nun der Vergangenheit an – jetzt wird in der Kastenalsgasse 8 gebraut, anstatt geschlachtet. „Kassel fehlte einfach ein gutes Bier“, erklärt Johannes Alt (links im Bild), der zusammen mit seinem Kumpel Erik Schäfer die „Braumanufaktur Steckenpferd“ gründete und das Hausbier No.1 „läuft“ vertreibt. Kassel fehlte bis dato nicht nur ein gutes Bier, sondern folglich auch eine Brauerei. „Und das wollten wir ändern“, so Erik Schäfer. Gesagt, getan: Kurzerhand eröffneten die zwei …

Stefan Reuß: Politiker, Schiedsrichter und Fußballfunktionär

Seit 40 Jahren ist Stefan Reuß eng mit dem Fußball verbunden. Als Verteidiger hat der Landrat des Werra-Meißner-Kreises bei der Spielgemeinschaft Meißner erste Erfahrungen gesammelt. „Dann habe ich mich allmählich nach vorne geschoben und im Sturm gespielt“, lacht der 48-Jährige. Nach vorn geschoben hat er sich auch als Politiker, Schiedsrichter und Fußballfunktionär. „Mit 18 Jahren war ich der jüngste Schiedsrichter in der Bezirksliga. Gepfiffen habe ich bis einschließlich Regionalliga. Das war damals die 3. Liga. In der 2. Bundesliga war ich Assistent“, schaut er gern zurück. Mittlerweile ist Stefan Reuß dort, wo er fast zwangsläufig landen musste, nachdem er über …

Nordhessens Lucky Luke: Harald Fedder ist von Beruf Cowboy

Schon als kleines Kind wusste Harald Fedder genau, was er später einmal werden würde: Cowboy. So wie in den Erzählungen von Karl May. Abenteuer pur und Wilder Westen-Romantik. Ob er der einzige Cowboy in Deutschland ist, vermag er nicht zu sagen. Doch vermutlich ist Harald Fedder der Einzige, der versucht davon zu leben. Der vierjährige Harald Fedder hat auf die Frage „Was willst Du denn mal werden, wenn Du groß bist?“ geantwortet: „Cowboy“. Das war 1973. Im Jahr 2016 beantwortet Fedder die Frage nach seinem Beruf mit: „Ich bin Cowboy“. Zu seinen täglichen Arbeitsmaterialien gehören Striegel, Westernstiefel und Lasso. „Ob …

Violinenbauer Jörg Teibach: 120 Stunden für eine Geige, 300 für ein Cello

Kassel und die Musik. Das ist natürlich die Geschichte des Komponisten, Dirigenten und Hofkapellmeisters Louis Spohr. Dessen Violinschule ist ein Klassiker im Geigenunterricht. Aber ohne Menschen wie Jörg Teibach wäre da keine Musik drin. Der Violinenbauer fertigt die sensiblen Instrumente und haucht dem Werkstoff Holz eine Seele ein. Es ist eine alte und traditionsreiche Zunft, der Jörg Teibach in seinem kleinen Atelier nachgeht. Dabei muss jeder Handgriff sitzen, denn schon der kleinste Patzer kann das ganze Instrument ruinieren. Jörg Teibach ist Geigenbauer. Ein Handwerk, das ihn schon von klein auf begleitet. „Mit neun Jahren fing ich an Geige zu spielen, mein Vater, …

Christian Codrin Gherhard: Handballer, Partymacher und Profi-Model

Viele junge Frauen und Männer geben Unsummen für Model-Kurse und Fotoshootings aus. Mit einem Ziel: Profi-Model zu werden. Andere wiederum kommen zufällig zu ihrem Model-Job! Einer davon ist Cristian Codrin Gherhard aus Kassel. Er wurde einst auf der Straße entdeckt. Und ist heute auch in vielen internationalen Modemagazinen und Zeitschriften zu sehen. Jüngst zierte er unter anderem den Titel des Frauenmagazins „Barbara“ von Barbara Schöneberger.„Alles begann im September 2009“, be-richtet Gherhard. „Ich wurde in Hamburg auf der Straße von Yannis Nikolaou, einem Miteigentümer der Hamburger Modelagentur Place Models angesprochen. Er sprach mich an, ob ich nicht Lust auf ein Probefotoshooting hätte. …

Jochen Korn: Purismus in Beton gegossen

Begonnen hat die Geschichte vor über 10 Jahren. Und irgendwie ist es auch eine Uni-Ausgründung. Aber eben doch nicht so, wie manche andere Spin-offs. Jochen Korn hat in Kassel Industriedesign studiert, sich als Grafiker verdingt und kam auch mit dem Uni-Institut für Werkstofftechnik und dem Baustoff Beton in Kontakt. Dort begannen die Experimente mit dem Material, aus dem damals noch keiner Möbel und Designprodukte hergestellt hat. Die Beton-Branche titelte in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mit einem eingängigen Werbespruch in Fernsehspots:„Es kommt drauf an, was man daraus macht!“. Und das hat sich Korn zum Programm gemacht. Nach vielen Versuchen – …

Champagner: Das Beste was einem Apfel passieren kann

Joachim Döhne steht am Schönberg inmitten seiner Apfelbäume. Rot glänzen die Früchte, die Sonne sticht am heißen Spätsommertag im September. Neben seiner Schiebermütze trägt er trotz der Hitze Gummistiefel. Eine Vorsichtsmaßnahme: Gerade hatte ihn der Biss einer Borelliose-verseuchten Zecke niedergestreckt. Ein Novum für den Mann aus Breitenbach, der Zeit seines Lebens draußen auf den Feldern unterwegs war. Schlapp machen gilt nicht, denn sein edler Tropfen verlangt ganzjährig nach Schaffenskraft, gestattet ihm nur wenige Tage Urlaub:Im Apfel-Schaumwein steckt viel Arbeit – und Liebe zum Produkt. Mmmh. „Apfelwein“ denkt der Nordhesse und schüttelt sich beim Gedanken an Rippengläser, Handkäs’ und babbelnde Bewohner der Main-Metropole. Dabei darf der …

Golfen im Grenzgebiet von Hessen und Niedersachsen

Das ist mehr als Golf. Das ist Genuss pur für Hubert Landefeld, wenn er abends ganz allein die Stille und die wunderbare Landschaft „seines“ Golfplatzes genießt. Doch dort ist es nicht immer nur ruhig. Landefeld zieht immer neue „Spuren in die Landschaft“. Fertig wird er mit seinem Platz wohl nie. Mit einem Golfplatz der 60er Jahre hat die neue Anlage auf Gut Wissmannshof, oben bei Staufenberg an der Autobahn, herzlich wenig gemein. Die modernen Greens von heute werden der Landschaft angepasst, schmiegen sich an Berg und Tal. Und wenn es sein muss, werden Berg, Tal und Seen extra geschaffen. Hubert …

Ahlemächt’jer: Burger mit dem Nordhessen-Kick

Am Anfang stand die Suche nach einem guten Standort. „Ich habe mir schon einige Läden angeschaut. Sie waren zu groß, zu teuer, zu weit ab vom Schuss – es hat einfach nicht gepasst.“ erzählt Eric Raida. Dann kam die Markthalle ins Spiel – und das passt wie die Bulette aufs Brötchen! Da, wo es um Essen und Trinken, um Frische, Qualität und Regionalität geht, haben die Besucher dem neuen Burger-Imbiss von Beginn an die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Genau wie der befreundete Nils Schellenberg mit seiner „Kleinen Kantine“ steht der Einzug von „Ahlemächt’jer“ in Kassels Markthalle für genau den frischen Wind, den die alten Mauern irgendwie mal …

Das Gedächtnis der documenta: Im Gespräch mit Dr. Birgit Jooss

Lange schlummerte das documenta Archiv, zumindest in der Wahrnehmung der Kasseler Bürger. Aber im letzten Jahr ging es plötzlich holterdiepolter. 60 Jahre documenta, das musste gefeiert werden. Das Land Hessen steigt – vor allem finanziell – ein und sagt zusätzliche Mittel in Höhe von einer halben Million Euro jährlich zu. Das verdoppelt den Jahresetat des Archivs mit einem Streich. Und dann wechselt nach nur zwei Jahren auch die Leitung des Archivs. Wir treffen die neue Chefin Dr. Birgit Jooss und fragen nach. Es riecht nach Staub und altem Papier. Umzugs- und Bananenkartons stapeln sich in den Gängen des Dock 4 hinter …