Auf Umwegen zum Künstler

Ulf Schaumlöffel Ulf Schaumlöffel

Sein Weg zum Künstler ist vielleicht nicht so klassisch verlaufen, wie bei anderen, aber die Bilder von Alain van Gils sind einfach traumhaft. „Ich male am liebsten Tiere und Autos“, so der Künstler .

Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, wäre er Jurist geworden. Oft hat Alain auch versucht, dem Wunsch seines Vaters gerecht zu werden. Aber nach mehreren Anläufen entschied er sich für einen anderen Weg. Und ist heute als Künstler und Ersteller von digitalen Lerninhalten in Kassel erfolgreich. Dass er einmal in Nordhessen sesshaft werden würde, hätte der in Neuss geborene Künstler nie gedacht.

In Deutschland geboren, ging es danach kurze Zeit in die Niederlande und dann im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach England. Dort begann der heutige Kasseler mit einem Jura-Studium, versuchte selbiges auch nochmal in Leiden und Genf – schaffte es aber nicht.

Denn: Seine Leidenschaft galt immer der Kunst. Und dem Sport: Ob als Mitglied des Ski-Teams bei Olympia in Albertville oder als Tennis-Partner mit Ex-Wimbledon-Sieger Richard Krajicek. Van Gils hat schon einiges erlebt, bevor er seine Kunstleidenschaft so richtig auslebte.

Sein erstes Bild malte Alain in seiner Jugend: Kinderbuch- und Film-Held Wicky war darauf in einem Boot zu sehen. „Dass Leute erkannten, was ich da mit Linien auf Papier gebracht hatte, freute mich so, dass ich immer weiter machte.“
Ein Kunststudium hat Alain nie aufgenommen. Hat sich alles selbst beigebracht. Und bei seinen zahlreichen Reisen sogenanntes ‚Sign Writing‘ für Gastronomie-Betriebe angeboten. „Ich hab quasi Türklinken geputzt.“

Seinen Stil beschreibt er als minimalistisch, eine Mischung aus zeitgenössisch, Fotorealismus, Bold Brush (breite, derbe Strichen unterstreichen das Malerische) und Pop Art. Die meisten Kunstwerke sind mit Kohle gezeichnet. Aus dem Zeichnen entwickelte sich dann später die Malerei.
Seine Vorliebe für Tiere entstand bei seinen Reisen durch  die Berge, Amerika und Südafrika.

Als er sich beim Skifahren den Rücken brach und in Folge dessen bei den olympischen Spielen in Albertville nicht mitmachen konnte, war es mit den Reisen und dem Sport vorerst vorbei. Er zog zurück nach England. Arbeitete unter anderem als Verkäufer für Versicherungen und Reklame. Später gründete er eine Arbeitsvermittlungsfirma, die er dann verkaufte.
Seinem wie er selbst beschreibt „hektischen Leben in London“ folgte ein Umzug nach Brighton. Und dort begann er seine Kreativität vollends auszuleben. Van Gils gründete ein Coworking Space. Gleichzeitig absolvierte er eine Ausbildung zum Coach und Trainer für Führungskräfte.

Als er im Jahr 2011 bei einem Kongress in Amerika seine heutige Frau Katrin kennenlernte, zogen beide kurze Zeit später in Berlin zusammen. „Dort fühlte ich mich das erste Mal zuhause – sonst immer als Nomade.“

Nachdem Alain dort eine Coaching-Software-Firma gründete, lernte er Frank und  Yvonne aus Kassel kennen. „Die beiden erzählten mir vom ruhigeren und schönen Leben in Kassel. Das machte mich neugierig – wir waren auch gerade auf der Suche nach einem ruhigeren und schönen Leben –  und so entstand der Umzug nach Kassel.“

Hier übt er seine Kunst in seinem Atelier im meraki.WORK GmbH in der Brabanter Str. 38 aus. Malt Tiere und Co. Hat dort aber auch gleichzeitig den Firmensitz seiner Software-Firma Intao.io eingerichtet. „Das ist echt super hier. Unterm Dach habe ich meine Firma und im Keller lasse ich meine Kreativität laufen.“ Und die ersten seiner großformatigen Bilder hängen bereits nicht nur in Häusern am Brasselsberg.

kunst@alainvangils.com

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